Von stefan nathan , 31 Mai 2026

Krisen-Kommunikationsnetz Deutschland

Wenn alles ausfällt, kommunizieren wir weiter

Unsere Gesellschaft ist heute in hohem Maße von Stromversorgung, Internet und Mobilfunk abhängig. Solange alles funktioniert, erscheint das selbstverständlich. Doch technische Störungen, Naturereignisse oder großflächige Krisen können dazu führen, dass wichtige Kommunikationswege ausfallen.

Das Krisen-Kommunikationsnetz Deutschland ist eine Initiative zum Aufbau eines dezentralen, unabhängigen und gemeinschaftlich getragenen Kommunikationsnetzes. Es soll Menschen, Nachbarschaften, Gemeinschaften und regionale Initiativen dabei unterstützen, auch dann miteinander in Verbindung zu bleiben, wenn zentrale Infrastrukturen nur eingeschränkt oder gar nicht mehr verfügbar sind.

Die Grundidee

An vielen Orten entstehen bereits heute lokale Funk- und Mesh-Netzwerke. Menschen experimentieren mit LoRa-Funk, Meshtastic, MeshCore und anderen offenen Technologien. Sie bauen Repeater auf Dächern, testen Notstromversorgung und sammeln Erfahrungen mit unabhängiger Kommunikation.

Das Krisen-Kommunikationsnetz Deutschland versteht sich nicht als Konkurrenz zu diesen Projekten. Im Gegenteil: Es möchte bestehende Initiativen sichtbar machen, miteinander vernetzen und den Austausch fördern.

Unser Ziel ist ein Netz aus vielen lokalen und regionalen Netzen – getragen von engagierten Menschen vor Ort.

Drei Ebenen der Vernetzung

Lokale Netze verbinden Menschen innerhalb eines Dorfes, einer Gemeinde oder eines Stadtteils.

Regionale Netze schaffen Verbindungen zwischen benachbarten Orten und Regionen.

Überregionale Brückenknoten ermöglichen den Austausch wichtiger Informationen über größere Entfernungen hinweg.

Dadurch entsteht Schritt für Schritt ein belastbares Kommunikationsnetz, das auch dann funktionieren kann, wenn Internet und Mobilfunk nicht mehr zur Verfügung stehen.

Mehr als nur Nachrichten

Kommunikation ist die Grundlage. Darüber hinaus können künftig auch weitere Informationen eingebunden werden:

  • Stromausfälle und Versorgungsstörungen
  • Wetter- und Unwetterdaten
  • Pegelstände von Flüssen und Talsperren
  • Infrastrukturmeldungen
  • lokale Lageinformationen
  • Sonnenaktivität und geomagnetische Ereignisse

So kann aus vielen einzelnen Beobachtungen ein gemeinsames Lagebild entstehen.

Offene Technik

Das Projekt setzt auf offene Standards und frei verfügbare Technologien. Bereits heute kommen unter anderem Meshtastic und MeshCore zum Einsatz.

Welche Technik verwendet wird, entscheidet jede Gruppe selbst. Wichtig ist nicht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten System, sondern die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung.

Pilotregion Möhlau

Die ersten praktischen Erfahrungen werden derzeit in der Region Möhlau / Gräfenhainichen gesammelt. Hier werden verschiedene Technologien erprobt, Reichweiten getestet und Konzepte für lokale und regionale Netze entwickelt.

Die gewonnenen Erfahrungen sollen später anderen Regionen zur Verfügung gestellt werden.

Mitmachen

Gesucht werden Menschen, Gruppen und Initiativen, die sich für unabhängige Kommunikation, Krisenvorsorge und regionale Vernetzung interessieren.

Ob Einzelperson, Nachbarschaft, Gemeinschaftsprojekt, Funkinitiative oder bestehendes Mesh-Netzwerk – jeder Beitrag kann helfen, das Netz weiter auszubauen.

Denn Resilienz entsteht nicht durch zentrale Strukturen allein, sondern durch Menschen, die Verantwortung übernehmen und miteinander kooperieren.

Kontakt

Stefan Nathan Lange

Möhlau (Sachsen-Anhalt)

Bewusst sein – miteinander füreinander.

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